Auch das Gemüse wurde häufig auf den Tischen der antiken Römer verwendet. Die Speiserübe nahm einen wichtigen Platz ein, zusammen mit den Karotten, den Rüben und zahlreichem Wurzelgemüse. Der Spargel kostete viel, wurde in Bündel verkauft und nach Plinio (23- 79 n. Chr.) drei davon sollten mindestens ein Pfund wiegen; die pürierten und in Wein gemeinsam mit Eier gekochten Spargelspitzen stellten eine Delikatesse dar. Die Brokkoli hingegen wurden gekocht und mit Garum (der bekannten Fischsauce der Römer, auf die später eingegangen wird), Öl, Wein, Lauch, Pfeffer, Kümmel und Koriander gewürzt. Vom Lauch aß man gewohnterweise nur die Blätter, die am Fuße der Pflanze abgeschnitten wurden, damit sie schnell wieder nachwachsen konnten: anscheinend sei Nero besonders gierig nach Lauch gewesen und war gewohnt, diesen ohne Brot zu essen, um so seine Stimme schön zu erhalten. Der Mangold wurde nicht besonders berücksichtigt, da man ihn als geschmacklos beurteilte und daher mit Wein und viel Pfeffer würzte. Vom Kohl wurden drei Arten verzehrt: mit glatten Blättern, mit gewellten Blättern und mit dünnen und weichen Trieben; sie wurden verzehrt indem die rohen Blätter in Essig eingetaucht wurden und der restliche Teil wurde mit Salz, Kümmel und Öl angerichtet.

 

Was den Konsum der Kartoffel angeht, kann ein erstes Zeugnis bezüglich des Anbaus der Knolle in Kalabrien, in der Statistik des Königs von Neapel aus dem 1811 gefunden werden. Es handelt sich dabei um die erste ernste und methodische Forschung Süditaliens, angefragt von Giocchino Murat nach seiner Ansiedlung im Reich von Neapel. Im Buch bezüglich der Erde der "Calabria Citra" werden die damals angebauten Gartenpflanzen aufgelistet und unter anderem wird auch auf den "pomo de terra solanum tuberosum" hingewiesen, mit der Präzisierung, dass sich die Knolle durch die "gute Qualität und seinen gesundheitsfördernden Eigenschaften" hervorhebt. Damals wurde sie gewöhnlicherweise in den Gärten angebaut und "danach in gedüngten Böden". Seit seiner Einfuhr in Kalabrien hat sich der Anbau der Kartoffel dank der günstigen pädoklimatischen Bedingungen der Gegenden, die für den Anbau besonders gut geeignet sind (z.B die Hochebene von Sila), so sehr an die Erde gebunden, dass eine starke Verknüpfung mit der traditionellen Küche Kalabriens entstand, Erbstück einer gar nicht allzu entfernten Bauernwelt. Die Vorspeisen, die mit hausgemachten Nudeln und Chili, Knoblauch, Sardellen, Topfen, Pilzen, Käse, Hülsenfrüchte und natürlich Kartoffeln zubereitet werden, sind sehr bekannt. Diese werden auch mit Fleisch kombiniert, angebraten oder gekocht, als Beilage serviert.

Zu den bekanntesten und typischsten Rezepten der Bauernküche, die mit der Kartoffel zubereitet werden, zählen:

- Suppe mit Blumenkohl, Zichorie, Bohnen und KartoffelN

- Nudeln mit Kartoffeln und Ei

- Nudeln und Kartoffeln im Ofen

- Nudeln mit Kartoffeln und Zucchini

- Nudeln mit Kartoffel, wildem Fenchel und Fleisch

- gebratenes Fleisch, insbesondere vom Schwein, Lamm, Zicklein, Wildschwein, von dem die Gegend sehr reich ist, mit Kartoffeln als Beilage.

Pilze waren ein seltenes luxuriöses Nahrungsmittel, das zudem auch leicht gemieden wurde da giftig; obwohl die Techniken zur Unterscheidung zwischen Essbaren und Giftigen eher schlecht waren, kam es nicht selten vor, dass man trotzdem gewürzte Pilze auf den Tischen der Reichen fand. Zudem gab es eine große Anzahl an Salatsorten, die sehr geschätzt waren, da sie, wie Plinio schreibt, es erlaubten stets zubereitet zu werden ohne Holz für das Feuer zu verbrauchen; die Salatsorten damals waren hauptsächlich Endivie, Kopfsalat, wilde Kräuter, Zichorie, Vogerlsalat, Rauke, manchmal wurden sie zusammen mit Hülsenfrüchten serviert.